Notfall Louky, Labrador, männlich, geb. ca. 2008

Ich bin ein Labrador und 18 Monate alt. Meine erste Familie hat mich als Baby beim Züchter gekauft. Aber schon schnell merkten sie, dass ich nicht alles höre. Zunächst meinten sie, ich sei dickköpfig und stelle mich taub, aber irgendwann bekamen sie mit, dass ich schwerhörig bin und da war das schöne Leben für mich vorbei. Einen behinderten Hund wollten sie nicht haben. So wurde ich einfach im Tierheim abgegeben und dort sitze ich nun schon seit einem halben Jahr. Meine Schwerhörigkeit wurde medizinisch mit einer CT abgeklärt, sie beruht auf keiner Krankheit, sondern ist genetisch bedingt. Ich bin ein Traum von einem Hund, verträglich mit anderen Vierbeinern und sehr lieb zu Kindern. Ich schmuse und spiele gerne, nur kann ich nicht alle Töne hören. Ist das ein Grund dafür, dass mich keiner will? Wenn ich einen Hundekumpel hätte und eine nette Familie, die mich mit einem Vibrationshalsband erzieht, könnte ich ein ganz normales Hundeleben führen. Im Tierheim bin ich sehr unglücklich, ich spüre die Unruhe um mich herum und verstehe den Grund nicht, ich kann die anderen ja nicht richtig hören. Deshalb habe ich jetzt angefangen, mich einfach im Kreis zu drehen, um dem Stress zu entkommen. Fressen mag ich auch nicht mehr richtig. Wenn mich doch keiner will, warum soll ich dann noch leben? Oder gibt es doch noch Hoffnung für mich? Bitte helft mir, dass ich hier rauskomme und ein glückliches Hundeleben führen kann.

Bei Interesse melden Sie sich bitte vorab im Tierheim Sinsheim

Wir bellen zweisprachig

Sie heißen Meline, Choupinette, Bruno und Nalok. Sie sind Porcelaines, Griffons, Bleu de Gascognes und absolut spitzenmäßige Mischungen. Sie stammen aus einer Region, wo wir gerne Urlaub machen: der Provence. Dort wartete auf sie die Todesspritze. »Etwas Besseres als den Tod findest du überall«, dachten sie und machten sich auf nach Deutschland. Sans Collier Provence, ein deutsch-französisches Tierschutzprojekt, und das Tierheim Sinsheim und Umgebung e. V. halfen ihnen dabei. In diesem Buch erzählen Herrchen und Frauchen ihre Geschichten und sammeln so gleichzeitig Spenden. Denn der Verkaufserlös geht direkt an das Tierheim Sinsheim und Umgebung e.V.

Wie dieses Buch entstand

»Schreib doch ein Buch über Hunde«, meinte eine Bekannte, als ich ihr ausführlich mein Leid über eine schon Wochen andauernde Schreibblockade klagte. »Zu diesem Thema fällt dir bestimmt was ein …«
Höflicherweise verkniff sie sich den Zusatz: »… so, wie du mir mit diesen Kötern immer auf die Nerven gehst.«

Eine Idee war geboren und beinah schon automatisch entwickelte sich aus dem eigentlich nicht ganz ernst gemeinten Vorschlag das Konzept für »Wir bellen zweisprachig«. Ein Buch als Spendenaktion: Herrchen und Frauchen schreiben die Geschichten ihrer Hunde auf und meine Frau und ich kümmern uns um (Rahmen)texte, Cover und Druckvorlage.

Vor wenigen Jahren noch wäre ein derartiges Projekt nicht möglich gewesen. Erst der Digitaldruck und das Print-on-Demand Verfahren machen dieses Buch ohne finanzielles Risiko möglich. Unser ursprüngliches Vorhaben, nicht nur den Umschlag, sondern auch die Geschichten mit Fotos zu schmücken, mussten wir allerdings schweren Herzens aufgeben. Wir haben hin und her gerechnet, aber es wäre schlicht zu teuer geworden oder besser ausgedrückt: Der Verkaufserlös (= Spenden für das Tierheim) wäre wesentlich niedriger.

Das Ganze konnte natürlich nur funktionieren, wenn viele Tierfreunde mitzogen. Anfangs war ich ein wenig skeptisch, doch dann trudelten nach und nach die Geschichten ein. Mit einer so großen Resonanz hatte ich nicht gerechnet. Es hat mir Spaß gemacht, die Texte zu lesen und mehr als einmal musste ich laut lachen, weil ich mich an ähnliche Erlebnisse mit unseren eigenen Hunden erinnerte.
Wie immer, wenn man etwas zum ersten Mal macht und ein wenig naiv an eine Sache herangeht, lief auch bei diesem Buch nicht alles so rund, wie es hätte sein können. Da hatten sich zum Beispiel einige HundefreundInnen besonders viel Mühe gegeben und ihre Geschichten gleich noch wunderschön gestaltet – mit ausgefallenen Schriften, fetten Überschriften und bunten Farben. Eine vergebliche Liebesmüh, weil ich den Hinweis vergessen hatte, die Texte bitte als reinen Fließtext ohne jede Formatierung abzugeben. Und meine erste Aufgabe bestand darin, all diese Verschönerungen wieder zu entfernen, um eine ordentliche Druckvorlage erstellen zu können.

Im Großen und Ganzen habe ich die Geschichten so belassen, wie sie eingereicht wurden und mich meist darauf beschränkt, Kleinigkeiten wie Rechtschreibfehler und Kommas zu korrigieren, brav nach den – für mich manchmal nicht ganz nachvollziehbaren – Vorschlägen des Rechtschreibprogramms »Dudenkorrektor PLUS«. Eventuelle Beschwerden also bitte direkt an den Duden Verlag nach Mannheim schicken.

Auch an Formulierungen, Grammatik und Stil habe ich nur selten etwas geändert. Schließlich wollen wir mit diesem Buch ja keinen Literaturpreis gewinnen. Außerdem sollten die Geschichten authentisch bleiben und zeigen, wie vielfältig und unterschiedlich die Gruppe der Frauchen und Herrchen ist. Als ein kleines Beispiel für »Nichtkorrektur” sei hier das Wörtchen »öfters« genannt – so sprechen wir hier in der Gegend eben, mögen die Deutschlehrer und -lehrerinnen deswegen noch so sehr die Stirn runzeln.
Bei den eingerückten Textstellen handelt es sich um diverse Informationen und Fundstücke, passend zum Thema des Buches.

Eine kleine Randbemerkung:
Der Verkaufserlös (zurzeit ca. 4,70 Euro je Buch) geht direkt vom Verlag BoD an das Tierheim Sinsheim und Umgebung e. V.

Ich hoffe, dass alle viel Spaß beim Lesen haben, und bedanke mich noch einmal ausdrücklich bei den Beteiligten, ganz besonders natürlich bei Frau Strobel-Maus, der Leiterin des Sinsheimer Tierheims, für ihren tatkräftigen Einsatz beim Zustandekommen des Buches.

August 2009
Nele Tabler